Selbstzweifel und das Gefühl von Perfektionismus

Das Hochstapler-Syndrom

Wenn Selbstzweifel uns blockieren und krankmachen –
Das Hochstapler-Syndrom

Es ist Montagmorgen. Ein wichtiges Meeting steht an. Das ganze Wochenende habe ich mir bereits Gedanken darüber gemacht was ich sage, wenn ich etwas gefragt werde.

Selbstzweifel kommen in mir hoch. Was ist, wenn das, was ich sage, nicht komplett richtig ist? Wenn die anderen eine andere Meinung dazu haben? Mein Perfektionismus steht mir im Weg. Ich bin nervös und habe ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Früher habe ich so gedacht. Auch wenn ich gut in meinem Job war. Ständig war da die Befürchtung, dass andere besser sind als ich.

Selbst als ich vor vielen Jahren mein Fernstudium zum Medienbetriebswirt gemacht habe, war da ständig die Angst vor einer schlechten Zensur. Die Abschlussprüfung habe ich nach drei Jahren mit einer zwei absolviert. Aber auch dann war da der Glaube, dass alles nur Glück war.

„Ich war immer der Meinung nicht gut genug zu sein. Meine Selbstzweifel wurden mehr.“

Als Hochstapler bezeichnet man Blender (große Klappe und nichts dahinter). Das Hochstapler-Syndrom ist allerdings das komplette Gegenteil (kleine Klappe und viel dahinter).

Es sind oft Menschen die was können, aber trotzdem an sich zweifeln. Sie glauben nicht gut genug zu sein. Nicht selten ist der Gedanke da, dass bisher alles Glück in ihrem Leben war, aber andere besser sind.

Typische Aussagen sind oft:

  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich freue mich nur kurz über Erfolge, wenn überhaupt
  • Ich habe ständig Angst, dass jemand meine Unfähigkeit aufdeckt
  • Ich bitte selten oder nie um Hilfe
  • Ich mag keine Komplimente
  • Ich denke, mein Umfeld überschätzt mich
  • Ich lege großen Wert darauf, was andere denken

Das kostet Kraft. Sie haben Angst davor als Hochstapler entlarvt zu werden, obwohl sie das gar nicht sind. Das führt zu Dauerstress, was zu Schlafstörungen, Bluthochdruck und sogar sozialer Isolation führen kann. Kopf- und Bauchschmerzen können weitere Symptome sein.

„Wir dürfen uns über unsere Erfolge freuen.“

Um etwas zu beweisen, wird noch härter gearbeitet. Es geht beruflich nach oben. Und trotzdem glauben diese Menschen noch immer nicht daran, dass ihre eigenen Fähigkeiten für den Erfolg gesorgt haben. Sie befürchten Ergebnisse nicht noch einmal wiederholen zu können und kündigen nicht selten die aktuelle Stelle oder fangen etwas Neues an.

Die Ursache liegt meist in der Kindheit. Aussagen wie „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ können Selbstzweifel begünstigen. Aber auch, wenn man es aus der „Arbeiterschicht“ in den akademischen Bereich geschafft hat. Dann kann das Gefühl entstehen von „Ich gehöre da nicht hin“.

Es ist aber möglich ein realistisches Bild für sich selbst aufzubauen und den inneren Kritiker auszublenden. Der erste Schritt ist es, sich bewusst zu machen, dass man eine verschobene Selbstwahrnehmung hat.

Man darf sich auch eigene Fehler eingestehen und seine Erfolge feiern. Niemand ist perfekt. Der Blick zurück hilft auch um zu erkennen, was man selbst schon alles erreicht hat.

Selbstzweifel und Perfektionismus sind auf Dauer anstrengend und ermüdend. Sie können zu körperlichen Einschränkungen führen.

„Es ist in Ordnung, wenn andere eine andere Meinung haben.“

Wir können uns in Momenten von Selbstzweifeln in Ruhe hinsetzen und mal aufschreiben, wann unsere Meinung über uns selbst wirklich schon mal eingetroffen ist? Und selbst, wenn wir schon mal versagt haben, ist dass vollkommen in Ordnung. Wir sind Menschen und keine Maschinen.

Aber setzen wir das doch mal in Relation zueinander. Wie oft hatten wir Erfolg und wie oft haben wir versagt? Legen wir unsere Bescheidenheit für einen kurzen Moment doch mal zur Seite. Nur für uns selbst.

Ich nehme nochmal das Beispiel von meinem Fernstudium. Das waren 36 Einzelprüfungen und die entsprechende Anzahl von Noten. Es war eine drei dabei. Ansonsten nur Einsen und Zweien. War das wirklich nur Glück? Nein.

Meine Erfolge im Vertrieb. War das Glück? Wenn das nur einmal passiert wäre, dann vielleicht. Aber über zwei Jahrzehnte?

Und wie ist das bei Dir? Vielleicht liest Du diesen Beitrag, weil Du Dich in Teilen wiederfindest. Egal ob Du Mann oder Frau bist

Mann: Du musst nicht funktionieren und stark sein. Fehler sind in Ordnung

Frau: Du bist gut. Glaube an Dich. Du darfst zeigen, was Du kannst.

Auch andere Meinungen sind in Ordnung. Aber wie oft hattest Du wirklich schon Unrecht?

Auf der Erde leben ca. 7,5 Milliarden Menschen (7.500.000.000). Jeder von ihnen hat unterschiedliche Denkweisen, durch unterschiedliche Erfahrungen. Deshalb kommen verschiedene Meinungen zustande.

Wer hat jetzt eigentlich die richtige Meinung? Mensch X oder Mensch Y?

Es ist also in Ordnung, wenn jemand etwas anderes sagt als Du. Das bedeutet aber nicht, dass Du nichts kannst. Deine kleinen und großen Erfolge kommen deshalb zustande, weil Du gut bist und nicht weil Du Glück hattest.

Du musst das auch nicht laut hinausrufen und allen mitteilen. Aber Du darfst es für Dich selbst wahrnehmen. Schließe Deine Selbstzweifel weg und mache Dir lieber öfter mal bewusst, was Du bereits alles erreicht hast.

Das gibt Dir dauerhaft Zufriedenheit und mental freie Gedanken.

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